Bundesfreiwilligendienst stärker in Integrationsarbeit einbeziehen

Lammert: Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe nicht überfordern

Rhein-Lahn. In den Städten und Ortsgemeinden des Rhein-Lahn-Kreises leben aktuell etwa 950 Flüchtlinge. Hinzu kommen ca. 850 Asylsuchende, die vorübergehend in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Diez untergebracht sind. Gemessen an den rund 121.500 Einwohnern im Landkreises, beträgt der Anteil der Menschen, die im Dreieck von Lahn und Rhein Zuflucht suchen etwa 1,48 Prozent.

Für den CDU-Kreisvorsitzenden und Innenpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Matthias Lammert, MdL steht fest, dass die Region die derzeit herrschenden Herausforderungen, die die steigenden Flüchtlingszahlen mit sich bringen, meistern wird. Voraussetzung sei allerdings, dass dem Ehrenamt und den Kommunen die dringend benötigte Unterstützung zukomme. „Alle Akteure der Flüchtlingshilfe leisten hervorragende Arbeit. Dennoch ist es wichtig, dass die Leistungsfähigkeit insbesondere der ehrenamtlichen Initiativen nicht überstrapaziert wird. So könnte beispielsweise der Bundesfreiwilligendienst noch stärker als bisher für die Integrationsarbeit geöffnet werden“, sagt der Landtagsabgeordnete.

Mit der steigenden Zahl an Asylbewerbern ist die Bereitschaft der Menschen, die Flüchtlingshilfe ehrenamtlich zu unterstützen stark gestiegen. Sie helfen den ankommenden Flüchtlingen ihren Alltag zu bewältigen und leisten wertvolle Arbeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen sowie Initiativen. Um die Vielzahl der Herausforderungen zu bewältigen, werden Kooperationen, Steuerung und Vernetzung immer wichtiger. Dazu Matthias Lammert: „Man darf die hilfsbereiten Menschen mit ihrer unverzichtbaren Arbeit nicht alleine lassen. Feste Ansprechpartner in den Kommunen und regelmäßige Runde Tische sind wichtig, um aus den Erfahrungen anderer zu lernen und effektive Projekte zu entwickeln. Das funktioniert in der Region bereits an vielen Stellen sehr gut.“

Der CDU-Politiker sieht die Landeregierung in der Pflicht, will man nachhaltig die gesellschaftliche Integration anerkannter Flüchtlinge und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive verbessern: „Wenn man die tolle Arbeit der Ehrenamtler und der Kommunen wertschätzt und erhalten will, so müssen auch die notwendigen Rah-menbedingungen geschaffen werden.“ In den anstehenden Haushaltsberatungen werden viele Verwaltungen über den Stellenausbau innerhalb ihrer Sozialämter beraten müssen, weil die momentane Belastung der Mitarbeiter nicht beibehalten werden kann. Die zu bewältigenden Probleme haben ihre Ursache nicht innerhalb den Kommunen, kosten sie aber sehr viel Geld. Lammert macht deutlich: „Wir brauchen endlich eine vernünftige staatliche Finanzausstattung unserer Kommunen. Mit gutem Zureden kann man die Haushalte der Städte und Ortsgemeinden nicht retten.“